Schulsozialarbeit


In Zusammenarbeit mit dem Trapez e. V., Träger der Jugendhilfe, wurde per 11. Jan 2007 eine langfristige Kooperation zwischen der Stötzner-Schule und des Trapez e. V. auf der Grundlage des SGB VIII (§1) und dem im Berliner Schulgesetz (§5) vereinbart. Die Vereinbarung gründet sich auf partnerschaftliche Zusammenarbeit und berücksichtigt die Rahmenbedingungen und speziellen Bedarfe der Stötzner-Schule.

Ab dem  Schuljahr 2011/2012  wurde auf  der Gesamtkonferenz der Stötzner-Schule beschlossen, künftig nur noch SchülerInnen ab der 7.Jahrgangsstufe aufzunehmen und in Jahrgangsübergreifenden Klassen zu  unterrichten. Mit dem Schuljahr 2013/2014 war dieser Prozess abgeschlossen. so dass die Stötzner-Schule eine reine Oberschule mit den Klassenstufen 7/8 und 9/10 sein wird. Entsprechend dieser Veränderungen verdoppelt sich die Anzahl der von der Schulsozialarbeiterin zu betreuenden SchülerInnen.

Entsprechend der im Kooperationsvertrag formulierten Entwicklungsziele werden folgende Schwerpunkte fortgeschrieben:

  • Schaffung einer organisatorischen, zeitlichen und inhaltlichen Struktur zur Beratung und Unterstützung von Schülern mit starken Verhaltensauffälligkeiten und schuldistantem Verhalten.
  • Schaffung einer verlässlichen Kommunikationsstruktur zwischen Schule und Einrichtungen der Jugendhilfe.
  • Entwicklung eines praktikablen Gruppenangebots zur Minderung aggressiven, gewalttätigen Verhaltens.
  • Unterstützung des berufsorientierenden Ansatzes der Schule

1. Schaffung von Unterstützungs- und  Beratungsstrukturen

In Absprache mit den KlassenlehrerInnen werden Schwerpunktschüler benannt, die besondere Aufmerksamkeit der Schulsozialarbeiterin benötigen. Durch die persönliche Bindung und konkrete gemeinsame Aufgaben wie z.B. Projekte für den Unterricht, die Schülerfirma und Vermittlung bei Konflikten, soll die Bereitschaft in die Schule zu gehen gestärkt werden. Ebenso wird dies durch psychosoziale Einzelgespräche, Briefe, Verabredungen und gemeinsame Aktivitäten erreicht.

Die Erarbeitung spezieller Eingliederungspläne für schuldistanzierte Schüler, regelmäßige Pausenpräsenz und die Unterstützung gemeinschaftsbildender schulischer Veranstaltungen und Aktionen unterstützen dieses Ziel. Weitere Inhalte sind: Lehrerberatung zu Einzelfällen, regelmäßige Unterrichtshospitationen und regelmäßige Absprachen über die Vorgehensweise mit der Schulleitung, Besuch ausgewählter der Elternversammlungen zur Vorstellung des Arbeitsinhaltes der Schulsozialarbeit, Elterngespräche und Hausbesuche.

2. Schaffung einer verlässlichen Kommunikationsstruktur

Es wird eine kollegiale Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der verschiedenen Jugendämter angestrebt. Einzelfälle, insbesondere bei einer Schulverweigerungs- problematik werden zeitnah bearbeitet, die verantwortlichen Jugendamtsmitarbeiter werden informiert. Der Träger Trapez e.V.  nimmt regelmäßig an den bezirklichen Fachtagen der Jugendhilfe und verschiedenen Gremien teil und informiert.

3. Gruppenangebot zur Minderung aggressiven Verhaltens.

Soziales Training

Auf Grundlage der Analyse des sozialpädagogischen Handlungsbedarfs werden ausgewählte Klassen der Klassenstufe 7/8 regelmäßige Teamtrainings auf der Grundlage des Konzeptes  „Soziale Trainings in ganzen Schulklassen“ erhalten. Diese Trainings werden für die Dauer eines Schulhalbjahres geplant.


Ziele des sozialen Trainings

  • Stärkung der Einfühlung in den Anderen. Nur wer die Anderen wahrnimmt, kann auch ein Mitgefühl für andere entwickelneln.
  • Selbstsicheres Verhalten als die Fähigkeit, eigene Ansprüche und Bedürfnisse wahrzunehmen, diese zu verbalisieren und auch sozial angemessen zu verwirklichen.
  • Prosoziales Verhalten als freiwilliges Handeln mit der Absicht, zum Wohlergehen eines anderen beizutragen. Dazu gehört auch die Kooperationsfähigkeit.
  • Stärkung des Selbstwerterlebens zum Aufbau einer positiven Identität (gegenüber erlittenen gravierenden Minderwertigkeitserfahrungen).
  • Erarbeitung von Regeln des Miteinanderlernens und der konstruktiven Konfliktlösung.

Diese verschiedenen Ebenen werden mit Methoden des Psychodramas in Verbindung mit Kommunikations- und Interaktionsübungen trainiert, die neben Wissen vor allem Erfahrungen vermitteln.

Analog erhalten die beteiligten LehrerInnen die Möglichkeit, ihr Handlungsrepertoire auf den Ebenen Lehrer-Schüler sowie Lehrer-Eltern zu reflektieren und ggfs. zu erweitern, gruppendynamische Konstellationen besser zu verstehen sowie die Beziehungskultur entsprechend zu modifizieren, so dass auch sie hierdurch eine Stärkung der Empathie, der Selbstsicherheit und auch der Selbstwirksamkeit erleben.

 


Konflikttraining

In einer zweiten Stufe kann sich nach dem „Teamtraining“  ein  „Konflikttraining“  für die Klassenstufe 9/10 anschließen.

Das Konflikttraining ist als Fortsetzung an ein „Soziales Training in Schulklassen“ konzipiert. Unterstützungsangebote, Methoden und Übungen zielen darauf, die Ressourcen und Kompetenzen, besonders in den Bereichen Konfliktaustragung und Konfliktlösung aller Beteiligten zu fördern. Die Schwerpunkte Konfliktanalyse, Konfliktdiagnostik, Konfliktdynamik, konstruktive Konfliktlösungen, Konfliktlösungen und Konfliktbewältigungen und Wege der Konfliktprophylaxe stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Vermittlung basaler Kenntnisse, nämlich dass Konflikte Störungen sind, die den Handlungsablauf unterbrechen, belastend wirken, die Tendenz haben zu eskalieren, und einen massiven Lösungs- und Leidensdruck erzeugen können sollen im geschützten Rahmen des Trainings erfahren werden. Dies geschieht mit verschiedenen Methoden z.b. Rollenspiele, Deeskalationstraining oder Selbstsicherheitstraining.

Im Ergebnis sollen die Teilnehmer Konfliktlösungspotenziale besser erkennen und handhabbare, gewaltfreie Wege zur Konfliktlösung erlernt haben und anwenden können. Das Konflikttraining wird nur bei Bedarf und  entsprechenden Kapazitäten der Schulsozialarbeiterin angeboten.


4. Unterstützung des berufsorientierenden Ansatzes der Schule

Um den berufsorientierenden Ansatz der Schule nachhaltig zu unterstützen wird die Zusammenarbeit mit der Schülerfirma gesucht. Diese spielt bei Eingliederungsplänen für schuldistanzierte Schüler eine große Rolle und leistet in diesem Rahmen einen großen Beitrag.

Im Weiteren werden folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Beratung der Schülerinnen und Schüler zur Praktikumplatzsuche
  • Praktikumbesuche bei den Schwerpunktschülern der Klassenstufe 7/ 8
  • Zusammenarbeit mit entsprechenden Kooperationspartnern.Die SchülerInnen der 10. Klassenstufe  erhalten durch die Schulsozialarbeiterin Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Präsentationsprüfungen.

Die Schulsozialarbeiterin unterstützt Projekte zum dualen Lernen an der Stötzner-Schule  und unternimmt regelmäßige Versuche zum Einwerben von Drittmitteln für kulturelle Projekte an der Schule.