Konzeption des Produktiven Lernens an der Stötzner-Schule

 

Die vorliegende Standortkonzeption des Produktiven Lernens an der Stötzner-Schule in Berlin-Reinickendorf wurde von den Lehrerinnen und Lehrern der PL-Klasse erstellt.

 

Inhaltliche Grundlage ist die „Rahmenkonzeption für Produktives Lernen an der Berliner Hauptschule“ (Anlage zur AV Duales Lernen, SenBJS Berlin, 2011). Diese wurde an besonderen Stellen ergänzt und spezifiziert, um standortspezifische Wege zu deren Umsetzung, konzeptionelle Grundsätze, Ziele und Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit an unserem Standort Produktives Lernen hervorzuheben.

 

  1. Ziele des Produktiven Lernens

 

Produktives Lernen an der Stötzner-Schule ist ein zusätzliches Lernangebot in Rahmen des Dualen Lernens für ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10. Es bietet neben Allgemeinbildung eine individuelle Möglichkeit der Berufsorientierung und eine Verknüpfung der Praxiserfahrungen mit dem schulischen Lernen.

 

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sollen an ein bis zwei Wochentagen ein Dauerpraktikum in einem Betrieb absolvieren und an drei Tagen in der Schule unterrichtet werden, davon ist ein Tag Schülerfirmenarbeit.

 

  1. Teilnehmer

 

Aufnahmekriterien/Aufnahmeverfahren

 

Die Aufnahmekriterien wurden auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen im Produktiven Lernen seit dem Schuljahr 2010/11 entwickelt.

 

Das Produktive Lernen an der Stötzner-Schule ist zur Zeit als schulinternes Projekt aufgestellt. Interesse an Kooperationen mit standortnahen Sekundarschulen oder anderen Förderzentren besteht.

 

Aufnahmeverfahren für das Produktive Lernen an der Stötzner-Schule

 

Neben formalen Kriterien wie Klassenstufe (9/10) und Förderschwerpunkt Lernen haben wir im Team ein paar wenige Auswahlkriterien festgelegt, die als Grundvoraussetzungen zur Bewerbung für das Produktive Lernen gelten. Diese sind ausschließlich aus pädagogischen Gründen festgelegt worden und bilden unserer Ansicht nach Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme.

 

Folgende Kriterien sind hier zu nennen.

 

  • ein erfolgreich absolviertes Betriebspraktikum in Klasse 8
  • Bereitschaft erfahrungsbezogen lernen zu wollen
  • Grundkenntnisse in den Fächern Deutsch und Mathematik
  • Wegefähigkeit
  • Zuverlässigkeit/Pünktlichkeit
  • Ansätze für selbstständiges Arbeiten und Lernen

 

 

 

Neben notwendigen Erfahrungen durch erste Betriebspraktika sollen die Schüler und Schülerinnen Basiskompetenzen in den Kernfächern Deutsch und Mathematik mitbringen, in der Lage sein unbekannte Orte innerhalb Berlins aufzusuchen, mit Personen (Kollegen und Vorgesetzten) angemessen in Kontakt treten können, ein gewisses Maß an Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit mitbringen und sich in Zuverlässigkeit bewähren.

 

Ferner müssen sie sich darauf einlassen wollen, eine veränderte Schulwoche zu haben, und Praxis und Theorie als aufeinander aufbauend und sinnvoll ergänzend wahrzunehmen.

 

Schritte des Aufnahmeverfahrens

 

1. Information des Kollegiums auf einer Gesamtkonferenz

 

2. Kollegen der 8. Klasse geben Vorschläge für mögliche Bewerber an das PL-Team

 

3. Einladung einer Schülerauswahl (je nach Kapazität für das kommende Schuljahr) zum Bewerbertag und Information der Eltern und Erzieher

 

4. Durchführung des Bewerbertags

 

Auswahl der Schüler durch das PL-Team, Rücksprachen mit Eltern und Erziehern

 

 

 

Zusammensetzung der Lerngruppe

 

 Pro Schuljahr können am Projekt Produktives Lernen ca. 12-13 SchülerInnen und Schüler teilnehmen. Daher beschränkt sich die Neuaufnahmekapazität auf ungefähr 6 SchülerInnen pro Schuljahr (die übrigen 6 Plätze sind belegt durch die SchülerInnen der Klasse 10, die im zweiten Projektjahr sind).

 

 Die Gruppenzusammensetzung spielt erfahrungsgemäß eine große Rolle bei der Auswahl der Schülerinnen (leistungsstärkere und schwächere Schülerinnen, Sozialverhalten, Probleme im emotional-sozialen Bereich, Selbstständigkeit, weiblich-männlich) sind allgemein übergeordnete Kriterien zur Zusammensetzung von Lerngruppen an unserer Schule.

 

 

 

  1. Lehrkräfte

 

Zur Zeit arbeitet ein Team aus zwei Lehrkräften in der Klasse für Produktives Lernen. Der Klassenlehrer unterrichte die Fächer Mathematik, Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Sport. Die Co-Fachlehrerin deckt die übrigen Fächer ab. Die Kollegen teilen sich entsprechend ihrer Stundenzahlen in der Klasse die Bildungsberatung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler am Praxisplatz.

 

Es finden regelmäßige Teamsitzungen zur Koordination der Zusammenarbeit, aktuellem Austausch und konzeptionellen Weiterentwicklung statt.

 

 

 

4. Orientierungsphase

 

Die Orientierungsphase umfasst in unserem Projekt die ersten 6-8 Wochen des Schuljahres, z.T. bis zu den Herbstferien.

 

In den ersten 1-2 Wochen stehen gruppendynamische Aspekte im Vordergrund (Kennen lernen, Erarbeitung von gemeinsamen Regeln und Ritualen). Diverse Unterrichtsgänge, Gruppenaufgaben, Kooperationsspiele etc. unterstützen dies.

 

Im Anschluss an diese Phase gehen die SchülerInnen, die im 10. Schulbesuchsjahr sind, d.h. im zweiten PL-Jahr bereits ein  bis zwei Mal wöchentlich an ihre Praxisstellen, sofern sie neue Plätze gefunden haben, für die „neuen“ SchülerInnen steht nun die Praxisstellensuche im Vordergrund. (Was will ich?, Wo kann ich suchen? Was ist geeignet? Wer kann mir helfen, bzw. mich unterstützen?).

 

Diese Phase kann ebenfalls bis zu 2-3 Wochen dauern. Danach wird individuell entschieden, ob der Schüler nun an der ersten Praxisstelle ein 3-wöchiges Blockpraktikum absolvieren soll oder direkt im angestrebten „Wochentagsrythmus“ einsteigt.

 

In der Orientierungsphase profitieren unsere „neuen“ SchülerInnen ganz klar von den 10. Klässlern, die ihnen vieles erklären können und eingespielte Abläufe vorleben. Dies erleichtert auch die Arbeit der Lehrkräfte und unterstützt ein voneinander Lernen.

 

Als besonders wichtig erscheint die Begleitung und Betreuung der SchülerInnen und Schüler durch die entsprechenden an der ersten Praxisstelle – angefangen bei der Suche bis hinzu der Betreuung vor Ort.

 

 

 

5. Evaluation der Bildungsentwicklung

 

Zeugnisse und Schulabschlüsse

 

Notenzeugnisse zum Schulhalbjahr und Schuljahr unter Berücksichtigung der Tätigkeiten am Praxislernort und deren Dokumentation.

 

Mögliche Schulabschlüsse:

 

·         Berufsorientierender Abschluss

 

·         der mit der Berufsbildungsreife vergleichbare Abschluss